Oktober 2021

Wir freuen uns sehr über das Interesse an unserem fünften HSBA Finance Blog! Viel Spaß beim Lesen des Oktober-Blogs.

Monatliches Marktupdate

Auch wenn der Oktober auf den Kapitalmärkten durchaus erfreulicher verlief als der September, bereiten die Probleme rund um die Lieferengpässe, steigende Inflationssorgen und explosionsartige Anstiege von Energiepreisen viele Probleme.

Nichtsdestotrotz konnte vor allem der US-Aktienmarkt von starken Quartalszahlen profitieren, so stieg der S&P 500 um etwa 6% auf ein neues Allzeithoch (4.650 Punkte). Doch auch die europäischen Märkte haben sehr positiv auf weiter starke Nachfragen und guten Zahlen reagiert, so stieg der Euro Stoxx 50 um etwa 7%. Deutlich schwieriger verlief der Monat für Anleihen, welche aufgrund starken Inflationsdruckes vermehrt ins Negative gerutscht sind. Der erwartete Zinsanstieg, der auch schon von Ankündigungen der Federal Reserve weiter angefeuert wird, hat so unter anderem zu neuen Hochs der Renditen auf 10-jährigen US-Staatsanleihen auf etwa 1,7% im Laufe des Monats geführt.

Neben den schon nun länger beobachteten Lieferengpässen gibt es zudem neue makroökonomische Spannungen, jetzt betrifft es den Energiesektor. So stiegen in Europa unter anderem die Preise für Erdgas um rund 60% innerhalb einer Woche. Die Aussichten sind laut aktuellen Beobachtungen auch getrübt, da viele Pipeline-Betreiber schon an ihrer obersten Kapazitätsgrenze arbeiten. Wie mit der Situation weiter umgegangen wird, bleibt offen, dies hat aber schon eine große politische Debatte entfacht. Eine leichte Entspannung lässt sich hingegen im Hinblick auf die Immobilienkrise in Asien beobachten. So waren viele Marktteilnehmer erleichtert, als der in der Krise steckende Großkonzern Evergrande seine Zinszahlungen, anders als noch im September, tilgen konnte.

Zum Ende des Jahres erreichen viele Aktienindizes historisch betrachtet neue Höchststände, wir beobachten also weiter sehr gespannt die Märkte in dieser besonderen Situation!

Quellen: ampcapital.com

Autorin: Xenia Krouptchenkova

Aktienanalyse: Facebook (Meta Platforms Inc.)

Facebook Inc. (ISIN US30303M1027) ist ein US-amerikanisches Unternehmen mit Sitz in Menlo Park, Kalifornien und wurde im Februar 2004 von den damaligen Studenten der Harvard University, Mark Zuckerberg, Eduardo Saverin, Dustin Moskovitz und Christopher Hughes gegründet. Mittlerweile haben die verschiedenen Plattformen von Facebook (Meta), zu denen Facebook, Messenger, Instagram und Whatsapp zählen, täglich mehr als 1 Milliarde aktive Nutzer:innen und ca. 2,8 Milliarden Menschen verwenden eine der Plattformen zumindest einmal pro Monat. Durch diesen enormen Datenfluss der Nutzer:innen ist es dem Unternehmen möglich, personalisierte Werbung präzise zu platzieren, was hauptsächlich auf den Plattformen Facebook und Instagram geschieht. Insgesamt machen die Werbeeinnahmen ca 98% des gesamten Konzernumsatzes aus und lediglich 2% werden durch Oculus mit dessen Virtual Reality Hardware und Content-Plattform, sowie Einnahmen aus Onlinezahlungen in den Instagram Shops generiert. Mit einem Marktanteil von rund 22% im Bereich der Onlinewerbung ist Facebook somit nach Google weltweit auf dem zweiten Platz. 

Ende Oktober 2021 kündigte CEO Mark Zuckerberg an, dass in Zukunft die Dachmarke Meta über den Diensten des Konzerns, wie Facebook, Instagram und WhatsApp stehen soll. Als Grund hierfür führte Zuckerberg an, dass der neue Name den Fokus auf die geplante digitale Welt “Metaverse” lenken solle, die physische und virtuelle Elemente verbinde.

„Wir werden heute als Social-Media-Unternehmen gesehen, aber im Kern sind wir ein Unternehmen, das Menschen verbindet“, sagte Zuckerberg.

Dies solle in Zukunft über Technologien wie der virtuellen Realität (VR) oder auch erweiterten Realität (AR, „Augmented Reality“) möglich sein, wobei die Nutzer:innen über VR-Brillen oder Projektor Brillen miteinander agieren und Inhalte konsumieren können. Der Konzern erhofft sich hierbei bis zum Jahr 2030 eine Milliarde Nutzer:innen im “Metaverse” zu haben und darüber hunderte Millionen Euro umzusetzen. Allein das Entwicklungsbudget für dieses Jahr beträgt rund zehn Milliarden Dollar.

Facebook Aktie als Investment

Auch an der Aktie des Unternehmens erfreuen sich Investor:innen seit dem Börsengang 2012 aufgrund stetig wachsender Gewinne. So lag das durchschnittliche Umsatzwachstum der letzten 10 Jahre bei stolzen 41,7% p.a. und auch der operative Gewinn wuchs fast genauso schnell mit 38,4% pro Jahr. Gerade durch dieses enorme Wachstum sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn war es dem Konzern möglich, eine Nettoverschuldung von 0% zu halten, wie es bei fast keinem anderen Unternehmen dieser Größe der Fall ist.

Das größte Risiko für das zukünftige Wachstum von Meta und seinen Plattformen liegt größtenteils in dem verbesserten Datenschutz bei Apple und Google und der Regulierung von Regierungen. Ersteres wird auf lange Sicht jedoch wahrscheinlich nur minimale Auswirkungen haben, weil lediglich etwa 5% der Umsätze hiervon betroffen sind. Denn auf den firmeneigenen Plattformen ist das Tracking weiterhin uneingeschränkt möglich.

Die Wachstumsstory von Meta ist weiterhin intakt, denn obwohl die Zahl der Facebook-Nutzer:innen auf den Umsatzstärksten Märkten in Europa und den USA stagniert, wächst Instagram im Gegenzug ununterbrochen mit derzeit über 50% pro Jahr.

Bei dem Messenger Dienst WhatsApp hat man die Möglichkeiten der Monetarisierung bis jetzt noch nicht einmal begonnen. So gibt es zum Beispiel bereits Tests einer Funktion, bei der sich Nutzer:innen, ähnlich wie bei dem Bekannten dienst Paypal, Geld in Echtzeit zusenden können. 

Auch in Zukunft bietet Meta somit viel Entwicklungspotential und Anleger:innen können gespannt an der Entwicklung des “Metaverse” und vielen weiteren Funktionen teilhaben. 

Derzeit ist die Meta Aktie (derzeit noch Facebook) mit einem KGV von rund 23 bewertet und für einen Preis von 286€ als Ergänzung für das Portfolio zu haben. Ob diese Aktie jedoch einen Kauf wert ist und eine gute Ergänzung für das Portfolio darstellt, liegt hierbei im Auge der Betrachter:innen. 

Disclaimer: Keine Kaufempfehlung, der Autor besitzt Meta Aktien 

Quellen: finanzen.net, deraktionaer.de, alleaktien.de, marketscreener.de

Autor: Luca Schröder

10X-DNA: Die Zukunft schon heute im Depot?

Seit gut zwei Monaten können sich sowohl institutionelle als auch private Anleger:innen an dem neuen Coup von Star–Investor Frank Thelen beteiligen: dem „10XDNA Disruptive Technologies Fonds“. Aber was genau verbirgt sich hinter jenem Finanzprodukt und was bewegt den ehemaligen Investor aus der TV–Sendung „Die Höhle der Löwen“ zum Aufsetzen eines eigenen Fonds?

Vereinfacht gesagt, möchte Frank Thelen auf innovative und aussichtsreiche Forschungsgebiete aufmerksam machen, die besonders vom anhaltenden Zuge der Digitalisierung profitieren können.

Für eine genauere und verständlichere Betrachtung ist jedoch ein kurzer Blick in die Vergangenheit notwendig: Bereits 2018 veröffentlichte Frank Thelen den heutigen „SPIEGEL–Bestseller“: „10XDNA–Das Mindset der Zukunft“. In diesem Buch beschreibt Thelen aktuelle Innovationen und wie sich unser Leben in der Zukunft zunehmend digitalisieren wird. Und bei aller Skepsis in Bezug auf dort aufgeführte Forschungsgebiete wie die der Genschere, die die heutige Medizin in einem Schlag von Grund auf revolutionieren würde, muss man festhalten, dass andere Entwicklungen wie die von Flugtaxen oder dem Quantencomputer schon fast zum Greifen nah erscheinen. Dies dürfte unter anderem eine weitere Motivation für das Aufsetzen des Fonds darstellen. Immerhin lag Thelen mit einer großen Vielzahl seiner jüngsten Investments goldrichtig und bietet so nun eine direkte Möglichkeit der Partizipation an seinen Investmentideen. Denn genau solche Unternehmen werden durch den „10XDNA“–Fonds angeboten: Unternehmen, die höchstwahrscheinlich die nächste Welle der Digitalisierung überleben und die darauffolgende sogar prägen werden. Folgt man diesem Grundgedanken, so wird es schon verständlicher, weshalb also bereits etablierte Unternehmen wie Tesla und Amazon, aber auch unbekannte wie Hims&Hers (eine Telemedizinplattform) ihren Platz in dem Fonds gefunden haben.

Dennoch ist eine rein innovative Idee bei weitem noch kein Garant in den exklusiven „10XDNA“-Fonds aufgenommen zu werden. Ein erfahrenes Research-Team untersucht nach eigenen Angaben jede einzelne Position in Hinblick auf die Technologie, in welchem Stil das Unternehmen geführt wird und ob eine Beteiligung ein politisches Risiko darstellen könnte. Zu guter Letzt durchlaufen alle Positionen zusätzlich eine Prüfung der ESG-Kriterien (Environment-Social-Governance), die genutzt werden, um ein Investment auf Nachhaltigkeit zu prüfen.

Das derzeitige Portfolio setzt sich aus 16 Positionen zusammen, in dem auch Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum gemeinsam nahezu 10 % ausmachen. Und trotz solch volatiler Beimischungen und stark schwankender Unternehmen, sei der Fond laut Thelen definitiv ein langfristiges Investment. Nachvollziehbar, denn besonders durch das aktive Management des Fonds (für das stolze 1,86% p.a und 3% Ausgabeaufschlag in Rechnung gestellt werden) können und sollen schwächer performende Positionen durch neue ersetzt werden. Nach zwei Monaten an der Börse liegt die Performance bei knapp 10 %. Damit blieb das schnelle Geld bisher aus und sorgte demnach für wenig Aufsehen. Eine direkte Kaufempfehlung sprechen die wenigsten Analysten aus, empfehlen den Fonds aber für die Watch-List. Es bleibe die weitere Entwicklung abzuwarten und vor allem mit welchen Positionen der Fonds weiter ausgebaut werden soll.

Abschließend lässt sich festhalten, dass Frank Thelen tut, was man von Frank Thelen erwartet. Der 10X-DNA Disruptive Technologies Fonds macht sowohl auf Innovationen und aufstrebende Start-Ups aufmerksam, zeigt aber auch die führenden Größen und Leistungsträger unserer digitalisierten Gesellschaft auf. Somit bleibt es spannend, wie sich sowohl unser Alltag als auch der Fonds langfristig entwickeln werden. Um die anhaltende Digitalisierung und dynamische Entwicklungen in jeglichen Lebensbereichen wird man aber wohl kaum herumkommen. Für schwache Nerven, die ihr Geld lieber weiterhin in der „Old-Economy“ anlegen und auf den internationalen Konservatismus pochen, ist der Fonds sicherlich kein Favorit. Wer jedoch optimistisch auf die kommenden Entwicklungen blickt sollte den Fonds sicherlich weiterhin im Auge behalten. Denn wer hätte nicht gerne schon heute die Zukunft im Depot?

Quellen: Onvista (App), 10X DNA: Das Mindset der Zukunft, 10xdna.com

Autor: Felix Leon Knabe

Optionsgeschäfte zur Risiko-Minimierung: Der protective Put

Hört man von Optionen im finanziellen Jargon, so denken viele Menschen an risikoreiche Termingeschäfte und Spekulationen. Jedoch lassen sich diese Art von Finanzprodukten auch zum Hedging – also zur Risikominimierung nutzen. Eine Möglichkeit hierbei ist das Nutzen der “protective Put”-Strategie. Wie diese genau funktioniert, möchte ich in diesem Artikel näher erläutern. 

Doch erst einmal stellt sich uns eine wichtige Frage: 

Was ist überhaupt eine Option? 

Optionen gehören zur Gruppe der Derivate und werden an sogenannten Terminbörsen gehandelt (z.B. Eurex in Europa). Sie verbriefen (sichern) das Recht, einen zugrundeliegenden Basiswert (zum Beispiel eine Aktie oder einen Rohstoff) zu einem bestimmten Preis (dem Ausübungspreis, engl. “Strike”) in der Zukunft zu kaufen oder zu verkaufen. Es wird unterschieden zwischen “Calls” (dem Recht, den Basiswert in Zukunft zum Ausübungspreis zu kaufen) und “Puts”, also dem Recht, den Basiswert in Zukunft zum Ausübungspreis zu verkaufen. 

Um eine Option zu erwerben, müssen Käufer:innen den Verkäufer:innen eine Prämie zahlen, ganz unabhängig davon, ob man die Option später ausführen wird oder nicht. Kommt es zur Ausführung der Option, so müssen Verkäufer:innen der Option den Käufer:innen den Basiswert zum vereinbarten Preis verkaufen (Call) bzw. abkaufen (Put). Entwickelt sich der Preis des Basiswerts jedoch entgegen des Interesses des Optionserwerbers, so kann man diese einfach auslaufen lassen und nicht ausführen. 

Nachdem wir nun wissen, was eine Option ist, stellt sich die Frage: 

Wie funktioniert das Hedging mit dem protective Put? 

Angenommen, ein Bauer wird in 3 Monaten 100 Tonnen Weizen ernten und möchte diese dann verkaufen. Er ist natürlich vom Marktpreis des Weizens abhängig. Fällt dieser in den nächsten 3 Monaten stark, so wird er in große finanzielle Probleme geraten, während ein steigender Preis satte Gewinne für ihn bedeutet. Er möchte jedoch das Risiko für einen großen Verlust minimieren. 

Eine Möglichkeit für ihn besteht darin, sich Put-Optionen auf Weizen zu kaufen. Recall: Hiermit sichert er sich das Recht, den Weizen in Zukunft zu einem bestimmten Ausübungspreis zu verkaufen. Fällt also der Marktpreis unter den Ausübungspreis, so führt der Bauer einfach seine Option auf Weizen aus und bekommt somit einen Preis für das Weizen, welcher über dem Marktpreis liegt. Somit macht er sich unabhängiger von Schwankungen auf dem Rohstoff-Markt. Steigt jedoch der Weizenpreis, so lässt er seine Option auslaufen und verkauft zum Marktpreis. Sein Gewinn in diesem Fall ist der Kursgewinn des Weizens abzüglich der Prämie, die er für die Option zu Beginn zahlen musste (Siehe die grüne Linie rechts vom Ausübungspreis).  

Der Vorteil der protective Put Strategie: Sein maximaler Verlust ist auf die Höhe der Prämie der Option begrenzt, ganz egal, wie tief der Marktpreis für den Weizen sinkt (siehe die grüne Linie links vom Ausübungspreis: Die Steigung beträgt 0). 

Somit hat der Bauer seine Weizen-Position erfolgreich gehedged.  

Es sei final noch gesagt, dass Optionen nur von erfahrenen Teilnehmern am Finanzmarkt genutzt werden sollten. Dieser Artikel umfasst bei weitem nicht alle Facetten des Optionshandels und es können große Verlust beim Handeln mit Terminkontrakten entstehen. 

Diagramm 1: G+V bei der protective Put Strategie. “Aktie” ist im Beispiel mit “Weizen” zu ersetzen. 

Quellen: link.springer.com

Bildquelle: Schuster, Thomas und Uskova, Margarita. 2018. “Optimierung des Finanzmanagements”.

Autor: Christoph Thurow

Kapitalerhöhung bei TUI

Das durch die Corona-Krise stark angeschlagene Touristikunternehmen TUI, mit Sitz in Hannover, hat frisches Kapital zur weiteren Begleichung von Schulden eingesammelt. Im Zuge einer Kapitalerhöhung hat die Aktiengesellschaft knapp über eine halbe Million junge Aktien zu einem Bezugsverhältnis von 10:21 auf den Markt gebracht. 1,1 Mrd. Euro frisches Kapital soll zur Tilgung teurer Kredite genutzt werden. Bereits im Januar dieses Jahres führte TUI eine Kapitalerhöhung in Höhe von 568 Mio. Euro durch und verkaufte zudem im Mai 20 Immobilien aus TUI’s Hotelportfolio für 540 Mio. Euro. Bei einem, von UBS Analysten prognostizierten, Cash-Burn von 1,5 Mrd. Euro allein im ersten Halbjahr 2021, ist TUI auf Liquidität angewiesen. 
Doch was genau hat es mit den Begrifflichkeiten wie Bezugsverhältnis oder Kapitalerhöhung auf sich? 

Wenn eine Aktiengesellschaft sich zu einer Kapitalerhöhung entschließt, werden sogenannte junge Aktien auf den Markt gebracht, die der Gesellschaft im Gegenzug zu neuem Kapital verhelfen. Die Aktionäre der Aktiengesellschaft bekommen dabei die Möglichkeit, junge Aktien zu einem Vorzugspreis, welcher von der Aktiengesellschaft festgelegt wird, zu kaufen. Dadurch können sie ihren prozentualen Anteil am Unternehmen halten. Diese Möglichkeit zum Kauf junger Aktien nennt man Bezugsrecht. Dieses Recht erhalten diejenigen, die zum Stichtag Aktien des Unternehmens in ihrem Depot haben. In diesem Fall bekommen TUI Altaktionäre für je 21 alte Aktien ein Bezugsrecht über 10 junge Aktien. Das Bezugsrecht muss von den Altaktionären jedoch nicht wahrgenommen werden. Sie können es an der Börse handeln. Der Wert des Bezugsrechts ergibt sich aus der Differenz des Kurses vor der Kapitalerhöhung und dem Wert der Aktie nach der Kapitalerhöhung. Den Wert der Aktie nach der Kapitalerhöhung kann man folgend berechnen: 

(Bezugsverhältnis * alter Aktienkurs + Preis einer jungen Aktie) / (Bezugsverhältnis + 1) = Wert der Aktie nach Kapitalerhöhung. 

Subtrahiert man nun vom alten Aktienkurs den errechneten Wert der Aktie nach der Kapitalerhöhung, haben wir den Wert des Bezugsrechts. 

Quellen: tuigroup.com, handelsblatt.com, finance-magazin.de, support.traderepublic.com

Autor: Friedrich von Freymann

Ein Schritt in Richtung finanzieller Freiheit

Immer mehr Menschen träumen von finanzieller Freiheit und dem Entkommen aus dem allbekannten „Hamsterrad“. Finanzielle Freiheit – was genau bedeutet das eigentlich? Die Allgemeinheit versteht darunter einen Lebensstandard dank passiver Einkommensquellen halten zu können, ohne aktiv arbeiten gehen zu müssen. Die Frage, die sich viele vielleicht nun stellen ist, wie und wo fängt man am besten an, um dieses Ziel zu erreichen? Es gibt verschiedene Antworten auf diese Frage, denn wie so üblich führen viele Wege nach Rom. Eine mögliche Antwort bietet der Autor und Geschäftsmann Robert T. Kiyosaki mit seinem internationalen Bestseller „Rich Dad Poor Dad – Was die Reichen ihren Kindern über Geld beibringen“. In seinem Buch gibt Kiyosaki seinen Leser:innen einen Einblick, wie Menschen aus unterschiedlichen Vermögensklassen mit Geld und Finanzen umgehen und welche Rolle dabei finanzielle Bildung spielt. Unabhängig davon, wie man finanzielle Freiheit für sich selbst definiert, ist das passende Mindset hinsichtlich Finanzen der grundlegende Baustein.

Das Besondere an Kiyosakis Buch ist, dass er unterschiedliche Sichtweisen und Perspektiven bezüglich der Haltung gegenüber Geld und Arbeit beleuchtet. Denn er wurde von zwei Vätern geprägt, die ihm unterschiedliche Ratschläge zum Umgang mit Geld gegeben haben. Sein leiblicher, „armer“ Vater, ein Hochschulprofessor, wollte immer, dass sein Sohn gute Noten schreibt, um dann einen sicheren Job in einem Konzern zu ergattern. Trotz hohen Bildungsgrads konnte sein Vater keinen Wohlstand aufbauen und hat anderen die Schuld für seine Geldprobleme gegeben. Hingegen hat sein „reicher“ Vater, der Vater seines Schulfreunds, ihm geraten, fleißig zu lernen, um dann ein eigenes Unternehmen gründen zu können. Sein reicher Vater hat großen Wert auf finanzielle Bildung gelegt und mit seinem Wissen Vermögenswerte aufgebaut, die dann passives Einkommen generiert haben. Die Ratschläge seines „reichen“ Vaters haben Kiyosaki dazu verholfen selbst erfolgreicher Geschäftsmann und Autor zu werden.

Kiyosakis wichtigsten vier Ratschläge zur finanziellen Freiheit lassen sich so zusammenfassen:

  1. Die Reichen arbeiten nicht für Geld, sondern lassen Geld für sich arbeiten. Geld für sich arbeiten zu lassen bedeutet in diesem Sinn, dass man sich neben der eigenen Arbeit (wo man Arbeitnehmer ist) weitere Einkommensquellen sucht, die dann passives Einkommen generieren. Dies können beispielsweise Aktien, Fonds oder ETFs sein, aber auch Mieteinnahmen von Immobilien oder Patente. Was Kiyosaki verdeutlichen möchte ist, dass finanziell gebildete Menschen auf mehrere Einkommensquellen zurückgreifen können.
  2. Es ist wichtig zwischen Vermögenswert und Verbindlichkeit differenzieren zu können. Ein Vermögenswert (wie z.B. Aktien, vermietete Immobilien, Anleihen) generiert Einkommen, während Verbindlichkeiten (wie z.B. Wohnmiete, Auto; Konsum) Ausgaben darstellen. Kiyosaki erklärt, dass die Oberschicht Vermögenswerte kauft, die dann passives Einkommen generieren. Hingegen kaufen die Unterschicht und Mittelschicht Verbindlichkeiten, die sie mit Vermögenswerten verwechselt. Als Beispiel für letzteres nennt er ein Eigenwohnheim: viele Menschen begründen, dass ihr Eigenwohnheim ihr größter Vermögenswert ist. Was jedoch außer Acht gelassen wird ist, dass meistens monatlich ein Kredit (=Ausgabe) abbezahlt wird und es sich somit um eine Verbindlichkeit handelt.
  3. Es geht nicht darum, wie viel Geld man verdient, sondern wie viel Geld man behält. Es ist in vielen Köpfen verankert, dass eine Gehaltserhöhung finanzielle Probleme löst, so wie es auch Kiyosakis leiblicher Vater geglaubt hat. Das grundlegende Problem ist allerdings der Umgang mit Geld, denn wenn mit steigendem Gehalt auch der Konsum wächst, so bleiben finanzielle Probleme bestehen und eventuell tritt sogar der gegenteilige Effekt ein. Wie man mit Geld umgeht, ist ein entscheidender Faktor, ob man finanziellen Wohlstand aufbauen kann oder nicht.
  4. Der wertvollste Vermögenswert bist du selbst und man sollte stetig in sich selbst und seinem Wissen investieren. Der Weg zur finanziellen Freiheit ist vergleichbar mit einer Gipfelbesteigung, worauf es auf folgende Eigenschaften ankommt, um den Gipfel zu erreichen: Ausdauer, Disziplin und Geduld. Angst, Faulheit, schlechte Angewohnheiten und Arroganz sind die größten Hürden, an denen Menschen auf dem Weg zur finanziellen Unabhängigkeit scheitern. Kontinuierliche Selbstreflektion und Weiterbildung ist notwendig, um langfristig erfolgreich zu sein.

Kiyosakis Buch ist nicht ohne Grund ein internationaler Bestseller geworden, denn die Kombination von finanziellem Grundwissen und den persönlichen Ratschlägen machen das oft komplex-empfundene Thema zugänglicher und es ist sicherlich für den ein oder anderen eine Inspirationsquelle. Wer sich also für das Thema Finanzbildung interessiert und womöglich noch kein tiefgründiges Wissen besitzt, sollte „Rich Dad Poor Dad“ lesen, um einen guten Grundstein Richtung finanzieller Freiheit zu legen.

Quellen: „Rich Dad Poor Dad – Was die Reichen ihren Kindern über Geld beibringen“ von Robert T. Kiyosaki

Bildrechte: © FBV Verlag 

Autorin: Anastasija Djokic

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: