März 2022

Wir freuen uns sehr über das Interesse an unserem zehnten HSBA Finance Blog! Viel Spaß beim Lesen des März-Blogs.

Monatliches Marktupdate

Aktienkurse im März schlossen in Summe weder höher noch tiefer als die Schlusskurse des Vormonats. Dennoch war der Monat von verstärkter Volatilität geprägt. Anfangs gab es weitere Verwerfungen an den globalen, und vor allem den europäischen Aktienmärkten, aufgrund des anhaltenden Konfliktes zwischen Russland und der Ukraine und der damit einhergehenden Sanktionen. Gegen Mitte des Monats kam es zu einem Aufschwung an den Kapitalmärkten in Zusammenhang mit den Verhandlungen beider Parteien, welche die Hoffnung auf eine Lösung des Konfliktes steigerten. Das dominante Thema sind nach wie vor der Inflationsanstieg und weitere Inflationsängste. Auch das sogenannte Stagflationsszenario wird vermehrt erhört. Bei einer Stagflation würde es zu einem höheren Inflationsniveau bei geringem Wirtschaftswachstum kommen. Doch auch die anhaltenden Störungen globaler Lieferketten treiben die Marktteilnehmer weiter umher, vor allem in Anbetracht neuer Lockdowns in China. Aufgrund der „Zero-Covid“ Strategie könnten solche lokalen Lockdowns in den zukünftigen Monaten weiter die Wirtschaft punktuell stilllegen. Sollte dies, wie so oft in der Vergangenheit, auch Häfen und Terminals betreffen, würde es zu weiteren Verzögerungen der Lieferketten kommen, was vermutlich auch Transportkosten für Unternehmen weiterhin negativ beeinflusst. Themen, welche im kommenden Monat antizipiert werden, sind anstehende Entscheidungen der Zentralbanken sowie weitere mögliche Sanktionen gegen Russland, bei welchen mittlerweile auch ein Embargo der Rohstofflieferungen in Betracht gezogen wird.

Quellen: finance.yahoo.com

Autorin: Xenia Krouptchenkova

Aktienanalyse Varta AG – Was haben Apple Air Pods und Autos von Porsche gemeinsam?

Unternehmensvorstellung

Die Varta AG ist ein deutscher Batteriehersteller mit Sitz in Erlangen, beschäftigt aktuell rund 4.800 Mitarbeiter und ist im MDAX gelistet. Der Konzern entwickelt, produziert und vertreibt ein umfassendes Batterie-Portfolio von Mikrobatterien, Haushaltsbatterien, großformatigen Zellen, Energiespeichersystemen bis hin zu kundenspezifischen Batterielösungen. Die Geschäftstätigkeit unterteilt sich in die zwei wesentlichen Segmente Microbatteries & Solutions und Household Batteries. Im Segment „Microbatteries & Solutions“ biete Varta als ein führender Hersteller Batterien für eine Vielzahl von Anwendungen, darunter u.a. Medizintechnik, Robotik, Konnektivität oder Telekommunikation. Zu dem Kerngeschäfts zählen jedoch Mikrobatterien für Hörgeräte und kabellose Headsets. Zu den namhaftesten Kunden in diesem Bereich zählt Apple, die bei Ihren Air Pods auf die Technologie von Varta setzten. Im Segment „Household Batteries“ gehört die Varta AG zu den europäischen Marktführern und bietet Batterielösungen für Endkunden, darunter Haushaltsbatterien, Akkus, Ladegeräte und Power Banks. Die Batterielösungen werden in Fertigungsstätten in Europa, den USA und Asien gefertigt und in über 75 Ländern weltweit verkauft.

Financials

Am vergangen Freitag (31.03) hat Varta seinen Jahresabschluss veröffentlicht. Der Konzern konnte im Gesamtjahr 2021 einen Umsatz von 903 Mio.€ (Vj. 870 Mio.€) und unterm Strich ein Ergebnis von 126 Mio.€ erzielen, was einer Steigerung um fast ein Drittel zum Vorjahr entspricht. Auch die operative Profitabilität konnte mit einer EBITDA-Marge von 31,3% im Vergleich zum Vorjahr (25%) deutlich gesteigert werden. Die Zahlen lagen leicht über den Analystenschätzungen, jedoch musste Varta im Winter 2021 die Umsatzprognose (von geplant 940 Mio.€) nach unten korrigieren, sodass bei den Zahlen mit wenig Überraschungen zu rechnen war. Grund für das geringere Wachstum sind vor allem Verzögerungen bei der Lieferung von Rohstoffen und Halbleitern und temporärere Fabrikschließungen von Lieferanten in Asien. Trotz weltweit weiterhin spürbarer Auswirkungen der Corona-Pandemie und des Ukrainekonflikts, welche die Verfügbarkeit und Preise von Rohstoffen stark beeinflussen, rechnet der Konzern für das Geschäftsjahr 2022 weiterhin mit einem Umsatzanstieg auf 950–1.000 Mio.€ und einem EBITDA von 260-280 Mio.€.

Aussichten, Kurs und was mache ich als Anleger

Das Ergebnis des Geschäftsjahrs 2021 hat gezeigt, dass Varta vor allem weiterhin stark vom Trend kabellose Headsets und einer hohen Nachfrage nach Batterielösungen profitiert. Entscheidend für die Entwicklungen von Varta werden dieses Jahr Meldungen zu Partnerschaften für den geplanten Einstieg in das E-Mobilität Geschäft. In diesem Bereich konnte Varta bereits vergangenen Sommer Porsche als Abnehmer für die nur wenige Zentimeter große hochleistungsfähige V4Drive-Batterie gewinnen, welche innerhalb von nur sechs Minuten vollständig geladen werden kann. Die Batteriezelle könnte künftig beim Modell Taycan oder auch der Sportwagenikone 911 zum Einsatz kommen. Auch wenn mit der Meldung der Partnerschaft mit Porsche im Sommer 2021 die Fantasie des Einstiegs in die Mobilität greifbare Realität wurde, warten Anleger seitdem auf weitere Partnerschaften mit Partner, mit denen sich auch größere Absatzzahlen erzielen lassen. Im diesem Zusammenhang wird oft über eine Zusammenarbeit mit Mercedes spekuliert, eine offizielle Meldung gab es zum Enttäuschen der Anleger aber auch mit der Präsentation der Geschäftszahlen nicht.

Außerdem spannend bleibt das noch sehr kleine Segment der Energiespeicherung, welche beispielsweise in Verbindung mit Solaranlagen zum Einsatz kommt.

Varta biete somit ein breites Portfolio an Batterielösungen für verschiedenste Anwendungen und Zukunftstechnologien. Die Aktie ist im Zuge von E-Mobilität Fantasien, befeuert durch das Forum „WallStrettBets“1, zeitweise zu einem Zockerpapier geworden und stand im Hoch im Sommer bei über 160€. Seitdem ist der Kurs bedingt durch beschriebene kurz- und mittelfristige Probleme, ausbleibende Nachrichten zur E-Mobilität sowie einem schwachen Marktumfeld auf 90€ gesunken. Für Anleger, welche die Zukunftsfantasie aufbauend auf einem solide wachsenden Kerngeschäft spielen möchten, könnte die aktuelle Bewertung mit dem 29-fachen KGV ein spannendes Einstiegsniveau sein. Dabei sollte die hohe Volatilität (Schwankung) der Aktie berücksichtigt werden – Anlegern mit schwachen Nerven und wenig Risikoaffinität ist von einem Investment abzuraten, besonders da kurz- und mittelfristig äußere Faktoren die Firma weiter belasten.

Quellen: onvista.de, automobil-produktion.de, deraktionaer.de/lieferkettenprobleme, deraktionaer.de/Ausblick, varta-ag.com, varta-ag.com/Jahresabschlus2021

Disclaimer: Keine Kauf- oder Anlageempfehlung.

Autor: Karl Johann Hoffmann

Aktienanalyse – NIKE

Nike (ISIN: US6541061031) ist ein börsennotiertes US-amerikanisches Unternehmen, welches Sportartikel verkauft.
Weltweit, gemessen am Umsatz, ist Nike der größte Sportartikelhersteller.

Nike, ehemals Blue Ribbon Sports, wurde 1964 von Bill Bowerman und Phil Knight gegründet. Das Unternehmen verkaufte zunächst Turnschuhe der Marke Asics, bis sie 1971 ihre eigenen Schuhe unter dem Namen Nike produzierten, leichter und mit stärker konturierten Sohlen als üblich. Die erste selbstproduzierte Kollektion erschien 1972. Seit Beginn seiner kommerziellen Aktivitäten setzte Nike zunehmend auf die Unterstützung herausragender Athleten, so wurde 1984 der Basketballspieler Michael Jordan engagiert. Im ersten Kooperationsjahr mit ihm erwirtschaftete Nike 130 Millionen US-Dollar. Unter der Marke Air Jordan ist sie heute die erfolgreichste Schuhserie aller Zeiten mit einem Umsatz von mehr als 3 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Sie erzielten weitere Hits, zum Beispiel mit dem Golfer Tiger Woods, dem Radrennfahrer Lance Armstrong, dem Fußballstar Cristiano Ronaldo und 2015 schlossen sie erstmals einen lebenslangen Werbedeal mit dem Basketballer LeBron James ab.

Seit 1989 ist Nike die führende Marke im Weltsport als Hersteller von Produkten und ist in mehr als 170 Ländern vertreten. Nike ist im Sportartikelmarkt tätig, der jährlich um insgesamt 5 % wächst und sich in 3 Segmente unterteilen lässt, in denen Nike angesiedelt ist: Sportgeräte, Sportbekleidung und Sportschuhe. Der Hauptgrund für das Wachstum der Branche liegt im Freizeittrend. Athleisure ist ein zusammengesetztes Wort aus „athletic“ (deutsch: Athletic) und „leisure“ (deutsch: Freizeit) und bezeichnet Sportbekleidung, die im Freizeitbereich getragen wird.

Nike als Investition

Zusammen mit Adidas haben sie einen Nischenmarkt in einen Milliardenmarkt verwandelt, der jährlich um 5 % wächst. Der Athleisure-Trend kommt bei den Kunden an und dank seiner Sponsoring-Strategie gewinnt Nike immer mehr an Popularität und Produkte können teurer verkauft werden. Sie sind motiviert von ihrer Mission, alles zu tun, um das menschliche Potenzial zu erweitern, was seit 1988 von ihrem Motto „Just Do It“ verkörpert wird. Das Unternehmen ist seit vielen Jahren der weltweit größte Sportartikelhersteller. Die Produkte werden sowohl direkt an Kunden über eigene Flagship-Stores und Online-Shops als auch indirekt über Distributoren und Lizenznehmer vertrieben. Das Unternehmen konzentriert sich auf Produkte in den Kategorien Running, Basketball, Soccer, Training und Sportswear. Darüber hinaus spielen die Jordan Brands eine wichtige Rolle im Unternehmen, mit dem Nike seine Innovationskraft und sein Premium-Image demonstrieren möchte. Mit 39 Prozent aller Verkäufe bleiben die USA der größte Absatzmarkt von Nike, obwohl sie in den letzten Jahren etwas an Bedeutung verloren haben (41 Prozent in 2019, 42 Prozent in 2018).

Im Gegenzug gewinnt die Region China für das Unternehmen an Bedeutung. Schon vor dem Ausbruch des Coronavirus konnte das Unternehmen in Europa und China um 9 % bzw. 18 % wachsen, während der Umsatz in den USA um 2 % zurückging. Insgesamt war das Unternehmen kaum von der Corona-Krise betroffen und wächst stetig weiter.

Interessanterweise werden rund zwei Drittel aller Umsätze im Bereich Schuhe generiert. Einerseits zeigt dies, dass Nike stark auf den „Casual Shoe“-Trend setzt. Zum Vergleich: Adidas erwirtschaftet etwa 56 Prozent und Puma 45 Prozent ihres Umsatzes mit Schuhen. Nike profitiert derzeit von einer ganzen Reihe von Megatrends, die von einem sportlicheren und gesünderen Lebensstil bis hin zu Freizeitkleidung reichen. Es sind jedoch einige Risiken zu beachten. Die Nike-Aktie (KGV 35) ist etwas teurer als die Adidas-Aktie (KGV 28). Unternehmen wie Puma sind ebenfalls sehr hoch bewertet, weisen aber deutlich höhere Wachstumsraten bei Umsatz und Gewinn auf.

Auch für dividendenorientierte Anleger gibt es aktuell eine kleine Dividende von rund 0,9 %.

Ob Nike-Aktien eine gute Ergänzung für Ihr Portfolio sind, liegt wie immer im Auge des Betrachters.

Disclaimer: Keine Kauf- oder Anlageempfehlung.

Quellen: finannzen.net, alleaktien.de, aktien.guide

Autor: Luca Schröder

Shoe Dog – Die Person hinter dem milliardenschweren Schuhgiganten

Leidenschaft ist das, was unser Leben beatmet, uns Emotionen fühlen lässt und jeden einzelnen von uns in unterschiedliche Richtungen lenkt. Ohne Leidenschaft ist die Welt trist und wir Menschen sind nur eine leblose, kahle Hülle. Die meisten von uns werden eine oder mehrere Leidenschaften, Affinitäten oder Interessen haben, die uns (mit Leben) erfüllen. Nur wenige von uns können auch ihre Leidenschaft im Beruf ausleben und tatsächlich von den Einnahmen leben.

Unternehmensgründung ist ein möglicher Weg, um seine Leidenschaft auch im Beruf auszuleben und mit anderen Menschen zu teilen. Einerseits gilt die Unternehmensgründung als steiniger Weg, der viele Opfer abverlangt, bis das Geschäft profitabel wird. Andererseits empfinden Startup-Gründer ein starkes Gefühl der Freiheit, Unabhängigkeit sowie Selbsterfüllung wie es im Angestelltenverhältnis nur begrenzt möglich ist. Genau das ist es, wonach der damalig 25-jährige Phil Knight strebte, als er im Jahr 1964 das Startup Blue Ribbon Sports gründete, was später zu der weltweit bekannten Marke Nike wurde. Im heutigen Monat möchte ich euch seine fesselnde und inspirierende Biografie „Shoe Dog“ vorstellen, denn obwohl jeder Nike kennt, wissen nur wenige, wer die Person hinter dem Nike Swoosh ist.

Knights Biografie erzählt die Geschichte eines jungen Mannes, dessen Affinität für das Laufen zum Katalysator für die Unternehmensgründung von Blue Ribbon Sports (später Nike) wird. Es ist die inspirierende Geschichte eines kleinen Startups, das zu dem milliardenschweren Schuhgiganten wurde, den heutzutage (fast) jeder kennt und von dem die meisten Menschen mehrere Kleidungsstücke, Sport-Accessoires oder Schuhe besitzen. In 20 Kapiteln, wovon jedes einzelne ein Jahr seines Lebens sowie der Entstehungsgeschichte von Nike verkörpert, lernt der Leser Phil Knight und seine außergewöhnliche Lebens- sowie Unternehmensphilosophie kennen. Dabei beleuchtet Knight das Leben als Unternehmensgründer aus verschiedenen Facetten, teilt mit den Lesern seine Ängste, Freuden, Höhe- und Tiefpunkte sowie Lektionen, die er während dem Aufbau von Nike erlebt hat und mitnehmen konnte. Er gibt seinen Lesern Mut seiner Berufung nachzugehen, auch wenn man noch nicht das konkrete Ziel vor Augen hat. Um nicht zu viel vorwegzunehmen, werden im Folgenden (nur) zwei wichtige Lektionen von Phil Knight zusammengefasst:

  1. “If you’re following your calling, the fatigue will be easier to bear, the disappointments will be fuel, the highs will be like nothing you’ve ever felt.”

Dieses Zitat von Knight hebt vor, wie wichtig und vor allem belebend es ist einen Beruf auszuüben, der einen erfüllt und somit langfristig zufriedenstellt, aber auch in Krisen oder schwierigen Situation als Motivationstreiber dient. Das Team an Mitarbeitern, das Knight während der Jahre aufbaute, war von dem (zukünftigen) Erfolg von Blue Ribbon Sports fest überzeugt und teilte Knights Leidenschaft für den Sport im gleichen Maße. Dies schaffte ein hochmotiviertes Arbeitsumfeld, das von Begeisterung und Euphorie angetrieben wurde, was sich letzten Endes auch auf den Kunden übertrag und somit auch den Weg für den Unternehmenserfolg ebnete.

  • Someone may beat me, some banker, creditor or competitor may stop me, but I swear to God they will have to bleed to get me to stop.”

Das zweite Zitat, das ich rausgepickt habe, bezieht sich auf Knights starken Kampfgeist alle Hürden und Kämpfe zu überbrücken, um Nike am Leben zu erhalten. Es ist allbekannt, dass Veränderungen die einzige Konstante im Leben sind, aber das gilt auch im Unternehmertum, denn das Business ist knallhart. Unternehmen sind stark von ihrer Umwelt abhängig, die im kontinuierlichen Wandel ist aufgrund von Megatrends wie Globalisierung oder Digitalisierung. Demzufolge gehören Risiken und Unsicherheiten zum Alltag dazu, auch wenn das Unternehmen bereits die Startup Phase überschritten hat. Knight kämpfte von Anfang an um die Existenz von Blue Ribbon Sports, die aufgrund fehlender Gewinne (trotz hoher Umsatzzahlen) und dem damit verbundenen Misstrauen der Banken auf den langfristigen Unternehmenserfolg bedroht war. Liquiditätsprobleme gehörten zur Tagesordnung von Knight bis zu Nikes Börsengang im Jahr 1989. Ohne Knights Kampfgeist hätte Nike es vermutlich nicht zu dem großen Schuhgiganten geschafft, den das Unternehmen heute verkörpert.

Abschließend lässt sich sagen, dass Phil Knight nicht nur ein bemerkenswerter Unternehmer ist, sondern auch mit seinen Lebensweisheiten, die er über die Jahre gesammelt hat, die Leserschaft begeistert und vor allem motiviert. Seine Biografie lehrt uns, dass keine Geschäftsidee zu verrückt ist, um sie nicht wenigstens auszuprobieren (vorausgesetzt man ist selbst von der Idee überzeugt). Nur wer es versucht, kann auch gewinnen, denn der, der es nicht versucht, hat bereits verloren. Also in diesem Sinne: just do it.

Quelle: „Shoe Dog: A Memoir by the Creator of Nike“ von Phil Knight

Bildrechte: © FBV Verlag 

Autorin: Anastasija Djokic

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